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Kaum ein Instrument ist so überladen mit Historie, Märchen und Legenden wie die Harfe, die schon vor 4000 Jahren im Zweistromland gespielt wurde. Die Münchner Harfenistin und Komponistin Uschi Laar hat daraus eine Tugend gemacht. Den multikulturellen Werdegang ihres Instruments zwischen Orient und Okzident nutzt sie sich auf ihre ganz eigene Art.

Uschi Laar spielt die Harfe mit der melodischen Brillianz eines Flamencogitarristen, mit den percussiven Schichtungen eines afrikanischen Marimbaspielers, mit orientalischen Skalen, den ungeraden Takten des Balkans und der freien Improvisation des Jazz.

Seit 30 Jahren arbeitet sie an der Verfeinerung ihres musikalischen Ausdrucks, jenseits des üblichen Harfenklischees, seit 25 Jahren spielt sie zusammen mit Musikern aus der ganzen Welt auf internationalen Bühnen.

Lehrzeiten am Konservatorium und der Jazzschule prägten sie ebenso wie die vielen Reisen während derer sie sich intensiv mit europäischen und außereuropäischen Musikkulturen beschäftigte. Die Musik Lateinamerikas, Afrikas, Irlands,  des Orients, und des Balkans, sowie die zeitgenössische Musik und der Jazz beeinflussten ihre Kompositionen. Im jahrelangen Dialog entwickelte sich ihr eigener höchst sensibler Stil. Intensität, differenzierte Ausdrucksformen, treibende Rhythmen, kraftvolle  aber auch sensible Melodiebögen zeichnen ihr Spiel aus und lassen die Harfe in neuen Dimensionen erklingen.

Tourneen und Konzerte mit verschiedensten Formationen aus vielen Ländern führten zu einem hörbaren Respekt vor außereuropäischen Musiktraditionen. Ihre Konzerttätigkeit und Seminartätigkeit, in der sie eine ganze Generation junger Harfenisten prägte, die Gründung des Süddeutschen Harfenfestivals, das seit 1993 jährlich stattfindet,  mehrere CD-Produktionen mit internationalen Partnern, die Komposition von vier Filmmusiken, die Herausgabe von diversen Harfenlehrbüchern und ihre Forschungen zum Thema: „ Die heilsame Kraft von Musik und Klang“ führten schließlich dazu, dass sie heute als eine der wichtigsten deutschen Harfenistinnen zeitgenössischer Musik gilt. (SZ 99)